
Frauen sind in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen heute deutlich sichtbarer als noch vor einigen Jahrzehnten – und dennoch bleibt ihr Anteil an patentierten Erfindungen gering. Laut dem Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) liegt der Anteil von Erfinderinnen in Deutschland bei nur rund 8%. Gleichzeitig liegt der Anteil von Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen bei über 30%.
An diesem Potenzial setzen die FernUniversität in Hagen und der VDI mit einer gemeinsamen Initiative an: dem Erfinderinnenpreis. „Wir wollen Frauen als Innovatorinnen sichtbarer machen, Stereotype aufbrechen und Wissen rund um Patente und gewerblichen Rechtsschutz stärken.“ Das ist der Ansatz, mit dem Kirsten Pinkvoss und Prof. Sebastian Kubis seitens der FernUniversität an die Kampagne zum Erfinderinnenpreis herangehen.
Am W. P. Radt Stiftungslehrstuhl für Bürgerliches Recht, Gewerblichen Rechtsschutz, Internationales Privat- und Zivilprozessrecht sowie am Kurt-Haertel-Institut für geistiges Eigentum werden seit Jahrzehnten Patentanwältinnen und Patentanwälte aus- und weitergebildet – in enger Kooperation mit der Patentanwaltskammer. „Der gesamte Berufsstand der Patentanwältinnen und -anwälte in Deutschland der letzten 30 Jahre ist an der FernUniversität ausgebildet worden“, betont Prof. Sebastian Kubis, Leiter des Lehrstuhls. Kubis war es auch, der die Brücke zwischen FernUni und VDI gebaut hat.
Für die FernUniversität ergeben sich damit zwei Anknüpfungspunkte: die Förderung von Gleichstellung in Wissenschaft und Technik sowie die besondere Expertise in der Patent- und Schutzrechtsausbildung. „Wir möchten Frauen im ingenieurswissenschaftlichen Bereich fördern und weibliche Vorbilder sichtbar machen“, so Kirsten Pinkvoss, die in ihrer damaligen Funktion den Impuls gesetzt hat. Heute leitet Pinkvoss die Zentrale Betriebseinheit Campusstandorte.
Sichtbarkeit und Vernetzung
Mit der Kooperation zwischen FernUniversität und dem VDI entsteht nun ein Netzwerk, das wissenschaftliche Expertise, ingenieurfachliche Praxis und rechtliche Kompetenz zusammenführt. „Ein solcher Preis kann auf mehreren Ebenen wirken: Er macht weibliche Vorbilder sichtbar, fördert Netzwerke, schafft Anreize zur Weiterentwicklung von Ideen und trägt dazu bei, stereotype Vorstellungen über Geschlechterrollen abzubauen“, sagt Patentanwältin Dr. Carmen Tesch-Biedermann (Bild), die das Projekt ehrenamtlich für den VDI begleitet.
Der Vertrag mit dem VDI ist nun durch Rektor Prof. Stefan Stürmer unterzeichnet. Der Preis soll erstmals beim Deutschen Ingenieurtag 2027 in Düsseldorf vergeben werden. Bis dahin werden nun weibliche Patenttalente gesucht. Bei der Auswahl unterstützt das Deutsche Patent- und Markenamt.


















