Statement von Stefan Raff, Head of Sales Robodrill, Robocut, Robonano, Fanuc Europe

Maschinen werden einfacher, schneller und zuverlässiger

Weniger Aufwand bei der Automatisierung von Werkzeugmaschinen und eine bessere Vernetzung der Maschinen untereinander – das sind einige der Megatrends für 2021 laut Stefan Raff, Head of Sales Robomachine Europe bei Fanuc. Mechanisch seien Maschinen momentan bereits an ihrem Limit. Verbesserungen lassen sich hingegen noch bei der Koordination von Prozessschritten oder bei der Intelligenz von Steuerungen erzielen. Wichtig sei hierbei eine Bedienoberfläche, die nicht nur alle relevanten Maschinendaten anzeigt, sondern auch individuelle Gestaltungsmöglichkeiten zulässt.
Stefan Raff ist Head of Sales Robodrill, Robocut, Robonano bei Fanuc Europe
Stefan Raff ist Head of Sales Robodrill, Robocut, Robonano
bei Fanuc Europe –
Bild: Fanuc Deutschland GmbH

„Schneller, zuverlässiger, einfacher – diese Eigenschaften charakterisieren die Entwicklung im Maschinenbau. Dabei sind aus heutiger Sicht Hardware und Mechanik nahezu ausgereizt. Wir wissen, wie sich Materialien und Profile unter Belastung oder thermischen Einflüssen verhalten. Ansonsten haben wir die Maschinen an das momentane mechanische Limit geführt. Was wir verbessern können, sind die Koordination von Prozessschritten oder die Intelligenz der Steuerung.

Die moderne Maschine ‚weiß‘, in welchem Zustand sie arbeitet und wie schnell sie sich an Grenzwerte herantasten kann. Künstliche Intelligenz hat zumindest bei Fanuc längst Einzug in Bearbeitungsmaschinen gehalten, die Funktionalität jedoch nicht verändert. Hauptsächlich sind es lernende Funktionen, mit denen die Genauigkeit der Bearbeitung, die Gleichmäßigkeit der Bearbeitung und die Zuverlässigkeit beeinflussen. Beispiele dafür sind KI-Funktionalitäten wie ‚AI Corner Control‘, oder Temperaturkompensation – für die Serienproduktion inzwischen unverzichtbare Tools.

Ein Merkmal einer modernen Maschine ist sicherlich auch die Konnektivität. Es ist einfach nicht mehr zeitgemäß, Zeit aufwenden zu müssen, um der Werkzeugmaschine zu signalisieren, dass eine zusätzliche Achse oder ein Roboter angeschlossen worden ist. Mit QSSR (Quick & Simple Start-up of Robotization) hat Fanuc ein zeitgemäßes Interface entwickelt, mit dem die Automatisierung einer Werkzeugmaschine (Robodrill, Robocut, Roboshot) deutlich weniger Aufwand erfordert als bisher. Zudem wird ein wesentlicher Teil der Bedienung des Roboters auf die CNC-Oberfläche gelegt. Der nächste Schritt wird die Vernetzung der Maschinen untereinander beispielsweise über die Fanuc IoT-Plattform FIELD System sein. Über eine solche Maschine lernen die Maschinen voneinander (Machine Learning, Deep Learning); einmal gemachte Erfahrungen oder Fehler werden geteilt.

Die Bedienoberfläche ist der augenfälligste Meilenstein der Entwicklung. Das HMI (Human Machine Interface) wurde zum iHMI, das nicht nur alle relevanten Maschinendaten anzeigt, sondern dank ‚Fanuc Picture‘ auch individuelle Gestaltungsmöglichkeiten zulässt. Mit einer Fanuc CNC könnte ein Betreiber das Erscheinungsbild der Bedienoberfläche jeglicher Maschine einheitlich gestalten. Symbole und Grafiken unterstützen den Bediener und signalisieren den jeweiligen Bearbeitungszustand des Werkstückes übersichtlicher. Im Fall eines (unvorhergesehenen) Stillstandes lässt sich die Fehlerquelle anzeigen und im in der CNC hinterlegten Handbuch Abhilfe schaffen, bei Bedarf sogar anhand von Bildern oder filmisch zeigen, wie ein bestimmtes Bauteil gewechselt werden muss. Solche Hilfen erleichtern einem größeren Kreis von Bedienern die Arbeit an der Maschine. ‚Easy of Use‘ reicht also von der Einrichtung über die Bedienung bis zur Instandhaltung, damit die Maschine schneller, zuverlässiger und einfacher wird.

Im Übrigen ist es so, dass das Feedback, das die Steuerungsentwicklung von der Maschinensparte erhält, ein Prozess der permanenten Verbesserung ist. Da ist die Entwicklung direkt an die Praxis gekoppelt und gerade deshalb so erfolgreich.“

 

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