Safety oder Standard? Beides!


Speicherstick statt Neu-Konfiguration

Um dem Kunden eine Neukonfiguration von Modulen im Falle eines Defekts zu ersparen, sind diese mit einem steckbaren Speicherstick ausgestattet. Der Turck Safety Configurator legt die parametrierten Sicherheitseigenschaften nicht nur im TBPN-Modul, sondern zusätzlich auch auf dem Stick ab. Im Austauschfall zieht man den Speicherstick einfach am defekten Modul ab und steckt ihn in das Ersatzgerät. Nach Anlegen der Versorgungsspannung werden die Konfigurationsdaten automatisch in das neue Modul übertragen und der Betrieb kann unverändert sicher weitergehen. Drei der vier universellen Kanäle können als abschaltbare Standard-Ausgänge verwendet werden. Dabei koppelt das Modul intern die Versorgungsspannung sicher ab. Das gilt auch für die Versorgungsspannung für einen der beiden IO-Link-Master. Dadurch wird das sicherheitsgerichtete Abschalten von Hilfsantrieben, Ventilinseln oder anderen Aktuatoren möglich, was den Schaltungs- und Verdrahtungsaufwand für die Aktuatoren minimiert. Alle Ausgänge, Sicher und Standard, schalten bis zu 2A. Sie lassen sich somit auch für Aktuatoren wie Ventilinseln oder Schütze einsetzen, die stärkere Ströme benötigen. Die maximal zwei sicheren Ausgänge können per Konfigurations-Software als zweikanalige unipolar (P-schaltend) oder bipolar (P/N-schaltend) Ausgänge konfiguriert werden. Es lassen sich somit mechanische Kontakte von Sicherheitsschützen aber auch elektronische Sicherheitssignale für Antriebssysteme ansteuern und sicher abschalten.

Erweiterte Einsatzmöglichkeiten

Die IP67-Profinet/Profisafe-Module sind vor allem auf den europäischen Maschinen- und Anlagenbau ausgelegt. Hier stehen Papier- und Holzverarbeitungsmaschinen, aber auch die Förder- und Lagertechnik im Fokus. Darüber hinaus eignen sich die Module für die Automobilbranche, insbesondere den Automobilrohbau und Roboterapplikationen. Durch den erweiterten Temperaturbereich von -40 bis +70°C und die Schutzarten IP65, IP67, IP69K stehen den Modulen über diese Branchen aber viele weitere Einsatzbereiche offen. Sowohl die Schutzarten als auch der weite Temperaturbereich werden bisher von keinem Profisafe-Modul auf dem Markt erreicht. Das robuste Design mit Vollverguss und Metallsteckverbindern unterstreicht diesen Anspruch. Auch in Applikationen, die funktionale Sicherheit erfordern, sind die Module bis zu SIL3 einsetzbar. Geht es um die Risikobeurteilung von Maschinen, wie sie in der EN13849-1 gefordert ist, kann der Kunde die Module bis zu Ple/Kat.4 einsetzen. Dass das Gerät auch über einen integrierten Switch für Linientopologien verfügt, geht bei diesem Leistungs- und Spezifikationsumfang fast unter.

Flexibel durch Hybridmodul

Im Schaltschrank kommt man auch mit reinen Standard- und Safety-Modulen aus. Hier laufen ohnehin alle Signale zusammen und können entsprechend verteilt werden. An der Maschine hingegen müssen die Signale dort eingesammelt werden, wo sie anfallen. Bislang war der Anwender gezwungen, im IP67-Bereich entweder mehrere unterschiedliche Module einzusetzen, auch wenn nur ein zusätzliches Signal benötigt wurde, oder lange Kabelwege zu einem entfernten Modul zu akzeptieren. Das Profinet/Profisafe-Modul TBPN wird Anfang 2016 verfügbar sein und Turcks Ethernet-Angebot abrunden. Die Ethernet-Familie bietet dann Standard-E/As, IO-Link-Master und Safety-E/As. Da der Hersteller aber auch in den USA stark aufgestellt ist und der global exportierende Maschinen- und Anlagenbau in Europa nach Safety-Lösungen für den amerikanischen Markt verlangt, werden Alternativen für Ethernet/IP und CIP Safety folgen, die dem TBPN bis auf das Ethernet-Protokoll in allen Spezifikationen gleichen. Mit Profisafe und CIP Safety deckt der Turck dann bereits einen Großteil des Weltmarktes für sichere Automatisierungslösungen ab.

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Hans Turck GmbH & Co. KG
www.turck.com

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