Ukraine-Krieg schlägt auf Produktion im Maschinen- und Anlagenbau durch

Entspannung bei Elektronikteilen erst ab viertem Quartal 2022 erwartet

Dabei werden Engpässe in den Zulieferungen hauptsächlich bei Elektronikkomponenten registriert (52% gravierend, 28% merklich) sowie bei Metallerzeugnissen (10% gravierend, 44% merklich). Die Zulieferungen für die eigene Produktion kommen deutlich verzögert in den Werkshallen an: Bei Elektronikkomponenten berichten 31% der Unternehmen von einer um mindestens sechs Monate verlängerten Wartezeit, bei weiteren 30% der Firmen sind es drei bis sechs Monate Verzug. Auf Metallerzeugnisse wartet etwa jedes dritte Unternehmen ein bis drei Monate länger, weitere 21% warten mindestens drei Monate. Eine Entspannung der Engpässe wird vorbehaltlich der Kriegsfolgen insbesondere für Metallerzeugnisse erst ab dem zweiten Halbjahr erwartet. Bei Elektronikkomponenten gehen zwei Drittel der Unternehmen sogar erst ab dem Jahr 2023 von einer Besserung der Lage aus. In der Folge haben inzwischen 82% der Unternehmen Rückstände in der Produktion, z.B. unfertige Endprodukte, die aufgrund von Materialmangel nicht fertiggestellt und ausgeliefert werden können. „Die Hälfte der befragten Firmen berichten von einem Rückstand, der bis zu einer Monatsproduktion ausmacht. Das zeigt, vor welch großen Herausforderungen die mittelständische Industrie auch in diesem Jahr steht“, sagt VDMA-Präsident Haeusgen.

Gut drei Viertel der Unternehmen haben aus den jüngsten Erfahrungen gelernt und stellen ihre Lieferketten kritisch auf den Prüfstand. Die meisten von ihnen möchten künftig ihre Versorgungssicherheit durch ein breiteres Lieferantennetzwerk, veränderte Beschaffungsprinzipien oder eine erhöhte Lagerhaltung gewährleisten. Auch eine andere geografische Verteilung der Lieferanten spielt in vielen Betrieben eine Rolle. „Dass 84 Prozent der befragten Maschinenbauer trotzdem auch in diesem Jahr mit einem Umsatzplus rechnen, zeigt aber die Resilienz und Fähigkeit, sich auf alle Krisen immer wieder neu einzustellen“, resümiert VDMA-Präsident Haeusgen.

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