„Bei uns wird kein Projekt mehr ohne virtuelle Inbetriebnahme umgesetzt.“

Interview mit Franz Weinzierl, dem technischen Geschäftsführer der F.EE GmbH.
Franz Weinzierl, der technische Geschäftsführer der F.EE GmbH.
Franz Weinzierl, der technische Geschäftsführer der F.EE GmbH.Bild: F.EE Industrieautomation GmbH u. Co. KG

Was waren die Gründe für Ihre Entscheidung, eine eigene Simulationssoftware zu entwickeln?

Franz Weinzierl: Im Rahmen der Marktanalyse stellte sich heraus, dass keines der verfügbaren Simulationstools unsere hohen Anforderungen hinsichtlich Funktionalität und Praxisbezug ausreichend erfüllen konnte. Deshalb entschieden wir uns für die Entwicklung einer eigenen Softwarelösung, was sich als absolut richtig und mittlerweile als Glücksfall erwiesen hat. Denn wir sind heute für unsere Kunden in allen Bereichen der virtuellen Inbetriebnahme ein kompetenter Ansprechpartner. F.EE setzt je nach Anforderung Simulationslösungen verschiedenster Anbieter ein, wodurch sich unsere Mitarbeitenden im Laufe der Jahre umfangreiches Anwender-Knowhow aneignen konnten. Gleichzeitig haben wir mit fe.screen-sim ein performantes Simulationstool auf dem Markt etablieren können, welches kontinuierlich und sehr praxisorientiert weiterentwickelt wird. Da wir selbst den Prozess der Einführung der virtuellen Inbetriebnahme im Unternehmen durchlaufen haben, kennen wir die Herausforderungen und geben die gesammelten Erfahrungen an unsere Kunden weiter.

Wie sieht die Softwarelösung bei Ihnen im Detail aus?

Weinzierl: Der modulare Aufbau von fe.screen-sim garantiert uns größtmögliche Flexibilität. Vorrangig arbeiten wir mit den Modulen CAD Importer, Logic Creator – in FUB und C# – und Interaction. Je nach Kundenprojekt kommen zusätzlich die Module EHB sowie VR zum Einsatz. Außerdem nutzen wir die entsprechenden Schnittstellen zur Anbindung von Robotern und SPS-Steuerungen unterschiedlichster Hersteller.

Mit welchen Herausforderungen waren Sie während des Einführungsprozesses konfrontiert?

Weinzierl: Zu Beginn standen unsere Mitarbeitenden der neuen Softwarelösung etwas skeptisch gegenüber – auch im Hinblick auf die Mehrarbeit in der Prototypenphase. In der ersten Zeit war der Arbeitsaufwand im Vergleich zur realen Inbetriebnahme tatsächlich etwas höher. Die Akzeptanz war jedoch schon nach den ersten Projekten sehr hoch, da die Vorteile der virtuellen Inbetriebnahme bereits klar überwogen.

Welches mitarbeiterbezogene Fazit ziehen Sie für die virtuelle Inbetriebnahme bei F.EE?

Weinzierl: Für unsere Mitarbeitenden ist die virtuelle Inbetriebnahme mittlerweile ein absolut notwendiger Prozess innerhalb unserer Toolchain und trägt in hohem Maß zur Qualitätssicherung im Unternehmen bei. Mit Hilfe des digitalen Zwillings nehmen wir heute Anlagen innerhalb von fünf Tagen vor Ort in Betrieb, für die wir früher drei Wochen gebraucht haben. Durch die kürzeren Baustellenaufenthalte konnten wir die Mitarbeiterzufriedenheit steigern, das Stresslevel senken und die Projektkosten verringern. Auch deshalb wird bei F.EE kein Projekt mehr ohne vorherige virtuelle Inbetriebnahme umgesetzt.

F.EE Industrieautomation GmbH & Co. KG

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