Anziehende Auftragseingänge
Schnelle Erholung im deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbau
Bild: VDMA e.V.

Die Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen in Deutschland können auf das von Corona geprägte Jahr 2020 positiv zurückblicken, trotz der außergewöhnlichen Gesamtsituation. „Nach einem schwierigen Beginn, der von großen Herausforderungen inklusive eines Lockdowns geprägt war, entwickelten sich die Auftragseingänge ab Sommer rasant nach oben“, freut sich Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA. Besonders deutlich war dies in den Bereichen zu spüren in denen es auf Hygiene ankommt; das heißt hauptsächlich in der Verpackungs- und Medizinbranche. Zudem hat die Automobilindustrie nach jahrelanger Zurückhaltung wieder begonnen zu investieren. Hinzu kommt die schon seit einiger Zeit boomende Bauindustrie. „Dies alles resultierte in einem 7%-Anstieg der Auftragseingänge im Vergleich zu 2019 und macht den Kunststoff -und Gummimaschinenbau zu einem der wenigen Maschinenbaubereiche, der 2020 mit volleren Auftragsbüchern abschloss als 2019“, erläutert Reifenhäuser.

Beim Umsatz hingegen mussten die Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen ein Minus von 12% im Vergleich zum Vorjahr verbuchen, da dieser noch von den negativen Tendenzen im Jahr 2019 und dem Jahresbeginn 2020 beherrscht wurde. In den ersten vier Monaten 2021 ist der Auftragseingang mit plus 92% sogar fast doppelt so hoch wie im Vergleichszeitraum 2020, und auch der Umsatz hat sich bei einem Plus von 8% stabilisiert.

Angespannte Lieferketten trüben die Stimmung

„Konjunkturell läuft es aktuell wieder sehr gut für die Branche“, freut sich auch Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des Fachverbandes. „Allerdings hat dies auch seine Schattenseiten bei den angespannten Lieferketten mit Blick auf die Verfügbarkeit von notwendigen Rohstoffen und Komponenten“, mahnt er zur Vorsicht. „Gerade die Engpässe bei der Versorgung mit Kunststoffen, die die Investitionslaune der Verarbeiter drückt, sowie bei den Metallen und Elektronikkomponenten könnte bald zu der paradoxen Situation führen, dass die Maschinenbauer trotz voller Auftragsbücher die Produktion drosseln müssen.“

USA und China als Motor des Aufschwungs

Mit Blick auf die ausländischen Märkte gingen die Exporte der deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer im Jahre 2020 insgesamt um 11% zurück. Die Lieferungen in die USA, wo sich die Investitionslage als sehr robust erwies, stiegen dabei jedoch um 8%. Dadurch nahmen die USA wieder die Spitzenposition der wichtigsten deutschen Lieferländer für Kunststoff- und Gummimaschinen ein. China folgt auf Platz zwei mit leicht rückläufigen Exporten (minus 3%). Allerdings läuft die Produktion von Kunststoff- und Gummimaschinen vor Ort – auch die der ausländischen Hersteller – auf Hochtouren, da die Nachfrage dort boomt. In der Gesamtschau führt dies dazu, dass China auch weiterhin der bedeutendste Absatzmarkt für deutsche Kunststoff- und Gummimaschinen bleibt.

Nahezu jede vierte deutsche Kunststoff- und Gummimaschine wird in die BRIC-Staaten exportiert

Auch die restlichen BRIC-Staaten Brasilien, Russland und Indien spielen bei den Lieferungen von deutschen Kunststoff- und Gummimaschinen eine wesentliche Rolle. Alle befinden sich in oder nahe den TOP 20 der wichtigsten Abnehmerländer, und die BRIC-Staaten halten in Summe einen Anteil von 23% an den weltweiten Lieferungen deutscher Kunststoff- und Gummimaschinen.

Getrieben von den starken Auftragseingängen rechnen viele Unternehmen aus dem Kunststoff- und Gummimaschinenbau für dieses Jahr mit einem Rekordergebnis. Der Fachverband prognostiziert ein Umsatzplus von mindestens 10%.

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