Bildverarbeitung im TIA Portal

Bildverarbeitung im TIA Portal

Bildverarbeitung im TIA Portal

In der Fertigungsindustrie müssen immer mehr Systeme zur Qualitätskontrolle in Maschinen und Produktionslinien integriert werden. Eine neue Lösung ermöglicht nun die einfache und reibungslose Integration der Bildverarbeitung in die Automatisierungslösung.
Bislang sprechen die Welten von SPS und industrieller Bildverarbeitung (IBV) zwei Sprachen, die noch immer eine Übersetzung mit Hilfe von Standards wie OPC UA oder Powerlink benötigen. Das hat historische Gründe. Wenn aber die nahtlose Integration anspruchsvoller IBV in Qualitätskontrolle und Identifikationsaufgaben direkt in den Fertigungslinien der SPS-Automatisierungswelt erfolgen kann, lassen sich auch die Taktzahlen der Maschinen effizienter erhöhen. Des Weiteren ergeben sich zusätzliche Vorteile in der Prozess- und Unternehmenskommunikation einschließlich Aspekte wie vollständige Rückverfolgbarkeit nach GMP-Standard durch den Einsatz von PM-Quality.

Gemeinsame Oberfläche

Unter dem Motto Simatic Integrated Vision wurde durch die Zusammenarbeit von Siemens (WinCC Center of Competence) und Di-Soric Solutions eine neue Basis direkt auf der Visualisierungsebene geschaffen. Für den Automatisierungsprogrammierer und den Bildverarbeiter werden damit beide Welten direkt miteinander verbunden. Für den Integrator bedeutet das, er kann sich mehr auf die IBV konzentrieren und die Automatisierer können mit der in WinCC integrierten IBV-Bedienoberfläche in ihrer Arbeitsweise und SPS-Sprache die Anwendung selbst gestalten. Er hat die Möglichkeit, alle Funktionen beim Kunden sofort in die Bedienoberfläche einzubinden nach dem Motto: Gib mir deine Bibliothek und ich packe die Objekte gleich mit ein. Auch bei der Inbetriebnahme können aus dieser Bibliothek sofort Bedienelemente per Drag&Drop in die Visualisierung auf dem Panel-PC eingefügt werden. Dadurch wird auch die Vision-Programmierung in einem einheitlichen Erscheinungsbild möglich, da alles im TIA Portal realisiert und über den zentralen Style Editor in WinCC visualisiert und sichergestellt wird. Innerhalb des TIA Portals kann man bereits im Vorfeld berücksichtigen, spätere Produktvariationen mit einer eigenen Bibliothek zu integrieren. Mit den zusätzlichen Funktionen von WinCC im TIA Portal wie Simatic Logon kann auch mehr Bildverarbeitung in einer Anlage umgesetzt werden, da verschiedene Hierarchien den unterschiedlichen Bedienern zugewiesen werden können. Für Anwender, die bereits Siemens-Steuerungen, deren Peripherie und deren Visualisierung in ihren Fertigungslinien integriert oder eingeplant haben, hat diese Lösung den Vorteil, dass sie nachträglich auch anspruchsvolle IBV in Echtzeit reibungslos und effizient in die Linien integrieren können. Der Anwender kann seine Simatic- und Simotion-Steuerungen vor Ort weiterverwenden und tauscht nur sein Panel gegen einen Panel-PC mit integrierter IBV aus. Er muss nur ein Gerät austauschen und kann die Bildverarbeitung automatisch in seine Programmier- und Bedienoberfläche integrieren.

Durchgängiger Scada-System? ansatz

Mit den Simatic-Steuerungen, der PC-basierten Visualisierung WinCC im TIA Portal und den zuverlässigen Simatic- IPCs wird heute eine breite Palette von HMI-Anwendungen mit einer durchgängigen und komfortablen Bedienoberfläche und Leistungsabstufungen abgedeckt. Das gilt insbesondere für komplexe Projekte in der vernetzten Automatisierung und der damit verbundenen industriellen Kommunikation für alle Bereiche der Fertigung bis hin zu logistischen Aufgaben. „Die Siemens-Panel-PCs, das TIA Portal, die umfangreiche Simatic-SPS-Familie und die dynamische Zusammenarbeit mit Siemens haben die Basis geschaffen, um unseren Kunden innerhalb der SPS-Welt eine vollintegrierte Lösung der industriellen Bildverarbeitung (IBV) anzubieten“, sagt Di-Soric-Geschäftsführer Markus Damaschke. „Der Kunde spart viel Zeit und Geld und erzielt gleichzeitig einen entscheidenden Mehrwert mit erheblich gesteigerter Flexibilität.“

Stark vereinfachte Arbeitsweise

Das WinCC Center of Competence in Mannheim kombinierte die offenen Schnittstellen von WinCC mit der Bildverarbeitungs-Software von Di-Soric Solutions einschließlich des Code-Lesens und stellte somit eine direkte Kommunikation zwischen Bildverarbeitung und SPS-Welt her. Das ist im Umfeld der Bildverarbeitung bislang einmalig und schließt verschiedene Leistungsstufen der PC-basierten Visualisierung im TIA Portal ein. Für den Anwender ergibt sich eine vereinfachte Vorgehensweise. Durch das breite Siemens-Portfolio an Steuerungen und IPCs kann der Kunde entsprechend seinen Anforderungen die erforderlichen Komponenten auswählen. Für einfache Anwendungen kann er eine WinCC-Visualisierungslösung auf einem Embedded-Panel-PC IPC277E mit neuem Vierkern-Celeron-Prozessor erstellen, für komplexere Anwendungen mit bis zu acht GigE-Kameras kann er auf einen leistungsstarken Rack-PC IPC847D mit Xeon-Prozessor setzen. Von Di-Soric Solutions erhält er die Bildverarbeitung, er schließt den Dongle, die Kameras und Beleuchtungskomponenten am IPC und die Sensorik an die Steuerung an, und er kann sofort seine individuelle Visualisierung in seiner bereits existierenden Bedienoberfläche erstellen. Die Bildverarbeitung läuft auf dem Visualisierungs-PC und wird dort auf Prozessvariablen abgebildet, die aus der Steuerung kommen. Das vereinfacht Installation und Kommunikation. Umso mehr Komponenten und Software-Module in bisheriger Vorgehensweise über ein extra IBV-PC-Netzwerk integriert werden mussten, desto mehr mögliche Fehlerquellen konnten entstehen. Mit der neuen Systemlösung kann man die Bedienung der Anlage beziehungsweise Maschine inklusive Bildverarbeitung direkt in WinCC im TIA Portal bearbeiten und damit einfach, sicher und flexibel gestalten. In einem zukünftigen Schritt wird dieses System auch in der maschinennahen Visualisierungs-Software WinCC Runtime Advanced von Siemens möglich sein.

Siemens AG
www.siemens.de

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