30 Jahre Sensortechnik Wiedemann

30 Jahre Sensortechnik
Wiedemann

Im Jahr 1985 gründeten Katharina und Wolfgang Wiedemann eine Produktionsstätte für Messelemente in Kaufbeuren im Allgäu. Daraus hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten ein international tätiges Unternehmen für Automatisierungstechnik entwickelt – mit der Sensorik als nurmehr eines der Standbeine.
Anlässlich des 30. Jubiläums von Sensortechnik Wiedemann (STW) reflektiert Gründer und Senior-Chef Wolfgang Wiedemann den eigenen Firmennamen: „Eigentlich passt das heute nicht mehr ganz.“ Schließlich sei man längst auch in anderen Segmenten erfolgreich und könne ein breites Automatisierungsportfolio vorweisen. Drei weitere Schwerpunkte liegen mittlerweile auf Steuerungstechnik, Vernetzung und Elektrifizierung. Nichts desto Trotz werde es den Firmennamen und das Angebot aber auch in Zukunft geben. Einzig die bisherige Ausrichtung auf Komponenten soll sich zunehmend hin zu Lösungen entwickeln. „Wir wollen auf System- und Lösungsseite noch viel stärker werden“, unterstreicht Sonja Wiedemann den künftigen Weg. Dabei konzentriere man sich nicht nur auf die entsprechenden Produkte, sondern auch auf Software-Funktionalität und Tools, Dienstleistungen sowie Partnerschaften. Entsprechend will man systematisch ein Partnernetzwerk aufbauen: Dazu gehört z.B. eine Kooperation mit der Firma Erni auf Seite der Zentralelektriken. Diese Power Boards sind für die Verteilung, das Schalten und die Regelung der elektrischen Energie in einem Fahrzeug zuständig und steuern z.B. Lichter und Lampen, aber auch Klimaanlagen und Heizungen. Mit der Zusammenführung der Stecker- und Einpresstechnik von Erni will STW hier eine modulare und kundenspezifische Palette anbieten. Eine weitere Kooperation für die Bereiche Cloud und M2M ist STW mit der Firma Cumulocity eingegangen. Gemeinsam soll eine IoT-Lösung (Internet of Things) entstehen, für die keinerlei Programmierkenntnisse erforderlich sind, damit Änderungen auch von Nicht-Spezialisten durchgeführt werden können.

Mobile Automation

Das Portfolio von STW ist heute vor allem auf mobile Arbeitsmaschinen und Nutzfahrzeuge ausgerichtet. „Mit der Mobilität einher gehen manche Anforderungen, die unser Tätigkeitsgebiet doch stark von dem der Industrieautomatisierer unterscheiden. Vor allem hinsichtlich Robustheit, Platzbedarf oder Service“, sagt Dr. Michael P. Schmitt, der mit Sonja Wiedemann die Geschäftsführung der zweiten Generation bei STW bildet. „Bei unseren Komponenten und Lösungen kann ein Servicetechniker nicht mal schnell vorbeifahren, schließlich stehen die Maschinen überall auf der Welt verteilt und sind oft nur schwer oder kaum erreichbar“, nennt Schmitt ein Beispiel. Dass die mobile Automation im Fokus stehe, bedeute aber nicht, dass alle STW-Kunden aus diesem Bereich kommen. „Wir liefern auch in andere Marktsegmente und Applikationen, beispielsweise in die Medizintechnik oder Prozessindustrie“, so Sonja Wiedemann.

Forschung und Produktion

1985 gegründet hat das Unternehmen heute zwei Tochterunternehmen in England und den USA und zählt insgesamt rund 430 Mitarbeiter. Dass davon allein 130 Personen in der Entwicklung arbeiten, unterstreicht laut STW den Stellenwert von Innovation und Forschung im eigenen Haus. In dieser Hinsicht will man auch die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut und anderen Forschungseinrichtungen ausbauen. In der Produktion am Firmenstandort in Kaufbeuren produziert STW alle Geräte und Elektronikkomponenten, unter anderem auf drei SMT-Linien. Für Baugruppen, die nicht komplett oder gar nicht durch die Lötautomaten laufen dürfen, stehen alternative Produktionsmethoden wie selektives Löten oder das Aufpressen von Bauteilen auf die Leiterkarte in der eigenen Fertigung zur Verfügung. Insgesamt bringt es das Unternehmen so auf rund 140.000 Steuergeräte und 200.000 Messeinheiten im Jahr. Dabei bilden kundenspezifische Produkte rund 50% des Umsatzes. „Wir realisieren Wunschvarianten sogar in homöopathischen Dosen“, sagt Wolfgang Wiedmann mit einem Augenzwinkern und erklärt: „Unsere Besonderheit sind Stückzahlen von 1 bis 100.000.“

Mobile Industrie 4.0

Was die Zukunft angeht, sieht Schmitt analog zur Fabrikautomatisierung auch bei mobilen Maschinen einen hohen Stellenwert in der Software. „Wir waren in der Firmenhistorie immer Hardware-nah unterwegs, hatten aber stets auch die passende Software im Programm“, so der Geschäftsführer. „Durch die modernen Software-Tools gibt es zwar immer weniger zum Anfassen, aber dafür immer mehr Funktionalität.“ Allgemein sei der mobile Sektor beim Thema Industrie 4.0 oft bereits weiter als die diskrete Fertigung und der klassische Maschinenbau. Und so sieht sich STW entsprechend gut aufgestellt für die nächsten 30 Jahre. (mby)

STW Sensor-Technik Wiedemann GmbH
www.sensor-technik.de

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